Söflinger Zeitbeeranzeiger

Schwäbisches Verlagshaus Neu-Ulm

Weitere Produkte unseres Hauses:

Söflinger Anzeiger

Söflinger Zeitbeer-Anzeiger

Hier finden Sie den aktuellen "Söfi" zum Download:

Söflinger Zeitbeer-Anzeiger vom 12.06.2010
(PDF 13,5 MB)


Söflinger Anzeiger

Wasserspiele im Klosterhof

Söflinger Anzeiger

Die Hochsträß-Linde lädt zum Verweilen ein

Bilder: Mayer

Sommerzeit – Freizeit – Zeitbeerfest

Jetzt aber raus ins Freie!

Wenn Rechtzeitig zum Beginn des kalendarischen Sommeranfangs am 21. Juni lädt der Liederkranz Söflingen zu seinem 33. Zeitbeerfest auf den Klosterhof ein. In diesem Jahr ist der 19. Juni vorgesehen. Ausweichtermin ist der 20. Juni. Beginn ist um 15 Uhr; ab 17 Uhr spielt dann der Musikverein Ermingen.
Der Sommer gibt in unseren Breiten ein kurzes Gastspiel – in nur drei Monaten sollen sich all unsere Sonnenwünsche erfüllen. Aber die warme Jahreszeit bringt mitunter auch kalte Tage, und Dürre oder gar Unwetter können den Sommer buchstäblich „verhageln.“

Jahre „ohne“ Sommer
Die Geschichtsschreibung kennt solche ungewöhnlichen Jahre zur Genüge. So heißt es z.B in der Söflinger Fraidel-Chronik für das Jahr 1806: „Am Johannistag (24.Juni) hatte es einen starken Reifen, auch am 25., so dass das Gras gefroren war. Dem feinen Gewächs machte es viel Schaden. Wie es mit der Frucht gehen wird, wird sich zeigen.“

Besonders katastrophal muss das Jahr 1816 gewesen sein, das als „Jahr ohne Sommer“ in die Annalen einging. Im April 1815 hatte ein Vulkan im heutigen Indonesien Unmengen von Staub und Asche in die Atmosphäre geschleudert, die sich wie ein Schleier um den gesamten Erdball legten. Die folgende Abkühlung sollte bis 1819 dauern – mit verheerenden Folgen. Es kam zu heftigen Unwettern mit Überschwemmungen, und die niedrigen Temperaturen führten zu riesigen Ernteausfällen. Dadurch stieg der Getreidepreis z.B auf das 2,5 – 4 fache. Es gab Hungersnöte, und die immer noch unter den Folgen der Napoleonischen Kriege leidenden Europäer wanderten zu Tausenden nach Amerika aus. Aber auch donauabwärts begann eine Auswanderungswelle mit Startpunkt Ulm. D.A. Schultes schreibt in seiner 1881 gedruckten „Chronik von Ulm“ darüber: „Die Ernte von 1815 war mißraten, daher war schon im Frühling 1816 die Not groß. Noch mehr steigerte sie sich, da auch die Ernte von 1816 infolge vielen Regens und Mäusefraßes geringen Ertrag gab.“ Weiter heißt es für 1817: „Die Teuerung dauert fort. Im Anfang dieses Jahres und am Ende des vorigen transportierten die Ulmer Schifferleute viele Hunderte von Familien auf der Donau nach Wien. Sie waren aus den Oberämtern Reutlingen, Urach, Waiblingen u.a. und wanderten nach Südrußland aus. Daher gibt es noch heute Schwabenkolonien in jenen Gegenden.“ (Doch bereits im 17.Jd. waren durch die österreichische Besiedlungspolitik zur Wiederbelebung des Wirtschaftslebens nach den Türkenkriegen viele Auswanderer donauabwärts befördert worden.) Ähnlich katastrophale Folgen durch Missernten nach einem ungewöhnlich kühlen und verregneten Sommer brachte auch die Explosion des Krakatau-Vulkans im August 1883.

Aus jüngerer Zeit kennen wir solche ungewöhnlichen Sommer­ereignisse mit dem „lokalen“ Hagelsturm über München vom Juli 1984, dem bis dahin teuersten Naturereignis in Deutschland, dem Oderhochwasser vom Juli 1997 oder den Überschwemmungen an Donau und Elbe vom August 2002.

Heiße Sommer
Das andere Extrem sind die heißen Sommer. So berichtet wiederum der Söflinger Chronist Fraidel: „988 war ein sehr heißer Sommer, dass die Früchte zunichte wurden und darauf ein Hunger erfolgt ist und die Pest im Schwabenland regierte und viele Menschen dahinraffte.“ 1135 war laut Fraidel „ein entsetzlich heißer Sommer, dass Wälder gebrannt haben.“ Das Jahr 1540 gilt allgemein als Jahrhundertsommer, den Fraidel ausführlich beschreibt: „ . . . soll es vom 8. Februar bis 29. Juli weder geregnet noch geschneit haben. Es war eine überaus große Hitze und am 14. Juni hatte man hier reife Trauben. Der Michelsberger Wein war so gut, dass ein Becher einen bezechte.“ Weiter heißt es:
„. . . war die Donau so seicht, dass man gleich bei der Donaubrücke hinüber waten konnte und die mehrsten Brunnen waren eingetrocknet. Im Oktober gab es zum zweiten Mal Rosen und die Bäume blühten zweimal.“ Über das Jahr 1807, das den heißesten August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1761 brachte, weiß Fraidel: „In diesem Sommer gab es schon anfangs August in Tirol und in Würzburg reife Trauben. Dieses war seit den vierziger Jahren das erste Mal.“ Den heißesten Sommer des 19.Jh. erlebte Europa aber 1834. In der „Chronik von Ulm“ heißt es: „Das Jahr 1834 war ein herrliches Frucht-, Obst- und Weinjahr, wohl das gesegnetste dieses Jahrhunderts.“ Die etwas ältere Generation erinnert sich gewiss noch aus der Nachkriegszeit an den „Steppensommer“ 1947. Heißester Sommer des 20.Jh. mit dem heißesten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnung war aber 1983. Und wer denkt nicht zurück an den „Supersommer“ 2003 mit der lange andauernden Hitzewelle und den Rekordtemperaturen.

Man sieht – die Natur schlägt wie ein Pendel einmal zur einen Seite und dann wieder zur anderen aus. Wenn dann auch noch ein Vulkan mit einem unaussprechlichen Namen von Island aus Aschewolken über Europa schickt und den Flugverkehr lahm legt, zeigt die Natur wieder einmal ihre Kräfte und weist die Menschen in ihre Schranken. Und nachdem uns das Frühjahr auch nicht gerade verwöhnt hat, heißt es deshalb – nützen wir die Zeit!

Otto Schempp

<< nach oben

Söflinger Anzeiger

Bild: pixelio

Zum Monat Juni gehört. . .

der Junikäfer

Nach dem Maikäfer erscheint dessen Verwandter, der Junikäfer – ebenfalls mit dem „Familiennamen“ Blatthornkäfer. Er ist aber nur halb so groß wie sein Vetter und trägt ein gelbbraunes Kleid mit zotteliger Behaarung. Im Gegensatz zum nimmersatten Maikäfer, der bei Massenauftreten Laubbäume, ganze Maisfelder und sogar Wälder kahl fressen kann, gilt der Junikäfer nicht als Schädling. Manche Gartenfreunde sehen dies aber anders. In der warmen Abenddämmerung fliegt er nämlich durch den Garten und über den Rasen. Dort legt dann das Weibchen die Eier ab und stirbt. Ende August schlüpfen die Larven und beginnen zu fressen: Pflanzen, Gräser und auch Wurzeln. Treten diese Larven in Massen auf, kann ein großer Teil des Rasens einfach „verschwinden“. Wie beim Maikäfer – dessen Larven bleiben als Engerlinge in der Regel vier Jahre im „Untergrund“ – machen die Larven des Junikäfers ebenfalls eine Metamorphose durch. Nach zweimaligem Uberwintern in der Erde krabbeln sie wie der große Vetter ans Tageslicht und beginnen ihr kurzes Käferleben.

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

Geschafft... Kunst am Rettich

Bild: Mayer

Eine etwas verkannte Köstlichkeit

Der Söflinger Rettich

Lange Jahre wurden die Söflinger etwas abfällig als „Rettichbauern“ verspottet – eine irrige Meinung. Damit tut man sowohl einem sehr gesunden Nahrungsmittel als auch dem ehrenwerten Stand des Bauern Unrecht. Der Rettich (lat. radix = Wurzel) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde dort als heilkräftige Nahrungspflanze verehrt. So erhielten z.B. die Erbauer der Pyramiden unter anderem Rettiche, Zwiebeln und Knoblauch als Nahrung, um gesund und kräftig für die harte Arbeit zu sein. Erst Karl der Große führte dann den Rettichanbau bei uns ein.

Ein Rettich liefert den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C und versorgt den Körper mit wertvollen Stoffen wie Kohlehydraten, Vitaminen und Spurenelementen. Er regt den Stoffwechsel an, die Verdauung kommt in Schwung, und außerdem wirkt er schleim- und krampflösend bei Husten. Nach der Säkularisierung des Söflinger Klarissenklosters anfangs des 19. Jd. wurde mit dem Verkauf und der Verpachtung der Klostergüter begonnen. Dadurch entstanden viele kleine, nicht immer zusammenhängende Parzellen im Blautal, die z.T. auch heute noch so bestehen. Jetzt wurde der Name „Rettichbauern“ geboren: im sandigen Boden des einstigen Donautales - vor Urzeiten floss ja die Donau durch das heutige Blautal – gedeihen die Rettiche besonders gut!

In der 2. Märzwoche beginnt Andreas Zoller, einer der wenigen noch verbliebenen Söflinger Gärtner, mit der maschinellen Aussaat. In einem Reihenabstand von 30 cm legt die Maschine alle 8 cm ein Saatkorn in den Boden. Gegen die Unbillen des Wetters schützt er dann das Feld mit einem Vlies. Sobald die ersten Blätter sprießen, ersetzt er das Vlies durch ein Netz. Dies hindert die Rettichfliege am Ablegen der Eier, aus denen sonst der „Rettichwurm“ schlüpfen würde. Nach 6 – 8 Wochen werden dann die roten Rettiche geerntet; die weißen Rettiche brauchen etwa zwei Wochen länger.

Eine andere Delikatesse sind die Radieschen, die als Monatsrettiche bekannt sind, weil sie 4 Wochen bis zur Ernte brauchen. Das Radieschen verbreitete sich aber erst im 16.Jd. und gelangte über die französische Küche nach ganz Europa,

Eine weiße längliche Radieschensorte sind die Eiszapfen. Sie sehen zwar aus wie junge Rettiche, schmecken aber wie Radieschen, nur bedeutend milder und nicht so scharf wie manche Radieschensorten. Sie werden von Ende März bis in den September hinein ausgesät und können 4 – 6 Wochen nach der Aussaat geerntet werden.

Rettiche werden zumeist geschnitten und gesalzen. Das Salz zieht den Rettichsaft heraus, und so schmeckt der Rettich milder und weicher. Das Schneiden erfolgt entweder per Hand, mit einem Spiralschneider oder mit einer Rettichschneidemaschine, wie man sie öfters auf Festen findet. Man kann ihn aber auch in dünne Scheiben schneiden und so essen, dem Salat beigeben oder auf ein Brot, z.B. mit Quark, legen.

Ab 15. Juli sät Gärtner Zoller den schwarzen Winterrettich aus. Er wird im Oktober geerntet und kommt dann in die Kühlhalle. Diese schwarze Rettichkugel hilft bei Husten, Bronchitis und Nierenkrankheiten. Dazu schneidet man oben am Rettich eine Scheibe ab, höhlt den Rettich aus und sticht dann mit einer dickeren Nadel durch die Spitze. Die herausgeholten Schnipsel werden zerkleinert, mit der etwa gleichen Menge Zucker - man kann auch Kandiszucker oder Honig nehmen – vermischt und in den ausgehöhlten Rettich gegeben. Nun wird dieser mit der Spitze nach unten auf ein Glas gestellt. Die übrig gebliebene Mischung kann man nach einer Weile ebenfalls in den Rettich füllen. Über Nacht sammelt sich dann der herausgetropfte Sirup, den man aber möglichst frisch verwenden sollte. Man sieht – der Rettich ist höchst gesund, und der Name „Rettichbauer“ muss eigentlich als Ehrenname verstanden werden.

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

Bild: Mayer

Liederkranz Söflingen

Das Zeitbeerfest wartet

Rückblick

1) 5.April 2010 Osterspaziergang
Um 14 Uhr trafen sich am Söflinger Käppele 16 Wanderer. Durch den Maienwald ging es nach Ermingen ins „Rössle“, wo man ein paar gemütliche Stunden verbrachte. Dabei wurde dem Rösslewirt die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft im Liederkranz übergeben, und selbstverständlich durfte er sich auch über ein Ständchen freuen.

Vorschau

1) 17.Juni 2010, 17.15 Uhr Serenade im Clarissenhof
Bei schönem Wetter singt der Liederkranz im Innenhof, ansonsten im Saal.

2) 19.Juni (Ausweichtermin 20.Juni) 2010
Zeitbeerfest
Ab 15 Uhr ist es wieder so weit: Der Liederkranz bewirtet seine Gäste mit Kaffee und Kuchen, Bier, Wein, alkoholfreien Getränken, herzhaftem Vesper und natürlich mit dem Zeitbeerwein. Ab 17 Uhr spielt der Musikverein Eggingen und spannt den Bogen von traditioneller Blasmusik bis zu heißen Rhythmen.

Nach den Erfahrungen des letzten Jahres – das Zeitbeerfest musste wegen des schlechten Wetters zum ersten Mal überhaupt ausfallen - gibt es als Ausweichtermin den folgenden Sonntag, den 20.Juni.

3) 16.September 2010 1. Chorprobe nach den Ferien

4) 10. Oktober 2010 Ausflug ins Hohenloher Land
Nach der Abfahrt um 8.00 Uhr geht es zunächst zu einem kurzen Stadtrundgang nach Schwäbisch Hall und dann ins Freiluftmuseum Wackershofen. Nachmittags steht Langenburg, mit 1800 Einwohnern die kleinste Stadt Baden-Württembergs, auf dem Programm. „Autofreaks“ können das dortige Automuseum mit 80 Oldtimern besichtigen, „Royalisten“ schauen sich derweil das Schloss an. Die Rückkehr erfolgt gegen 21.00 Uhr.

Kontakt:
Liederkranz Söflingen e.V.
Wöchentl. Probe: Do. 19.30 Uhr
Forsthaus (Klosterhof)
Franz Jehle
Tel. 0731 / 38 35 36

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

VdK Sozialverband, Ortsverband Söflingen

VdK Programm

Juli 2010
Do 08.07., 14.00 Uhr Handarbeit
Sa. 10.07., 14.00 Uhr, Allg. Treff
Do. 22.07., 14.00 Uhr Handarbeit
Sa. 24.07., 14.00 Uhr, Allg. Treff

August 2010
Wir machen Ferien

September 2010
Mi. 08.09., 08.30 Uhr Fahrt ins Blaue, Abfahrt im Klosterhof
Do. 16.09., 14.00 Uhr Handarbeit
Sa. 18.09., 14.00 Uhr Allg. Treff
So. 26.09., 14.00 Uhr kath. Pfarrheim Harthauserstraße
Jahresfeier zum 60jährigen Bestehen des Vdk Ortsverbandes Söflingen. Die musikalische Umrahmung übernimmt ein Ensemble des Harmonika-Vereins Ulm-Söflingen.

Der Ortsverband Ulm-Söflingen wurde 1959 als erster aus dem Kreisverband Ulm ausgegliedert. Ziel war und ist es, den Mitgliedern durch Einzelbetreuung in menschlicher, beruflicher und kameradschaftlicher Hinsicht gerecht zu werden. Der VdK versteht sich aber auch als Hüter der sozialen Gesetzgebung. Dies wird im Kriegsopferrecht, im Behindertenrecht und im Gesundheits- und Rentenrecht sichtbar. Diese Arbeit ist nur mit viel Mühe und großem ehrenamtlichen Engagement zu bewältigen.

Kontakt
Ortsverband Söflingen
Hermann Wolff
Fünf-Bäume-Weg 18, 89081 Ulm
Tel. 0731 / 38 19 74

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

Abenteuer am Wasserspielplatz

Söflinger Anzeiger

La-Ola begeistert

Bilder: Mayer

Klingende Mainau

8. Mai: Meinloh-Grundschule begeistert Publikum

Zum internationalen Treffen mit Teilnehmern aus Österreich, der Schweiz und aus Deutschland wurde in diesem Jahr auch die Meinloh-Grundschule Söflingen eingeladen. Diese Veranstaltungsreihe des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport sowie des Landesinstituts für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik mit dem Europäischen KulturForum Mainau e.V. und der Stiftung „Singen mit Kindern“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „ein musikalischer Blumenstrauß“. Schon um 6.45 Uhr fuhren sie los, der Chor der Klassen 2 unter Frau Matuschek-Kneer und der der Klassen 3/4 unter Frau Veile-Selig sowie das Schulorchester.

Bekanntlich haben Kinder ja oft einen Schutzengel: Auf der Hinfahrt löste sich von einem entgegenkommenden Fahrzeug ein Anhänger und prallte mit der Deichsel direkt in den Bus. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Die Ersatzbusse kamen nun mit Verspätung auf der Mainau an, und so wurde der erste Auftritt im Schlosshof verpasst. Umso mehr sangen und spielten die Kinder dann am Schmetterlingshaus. Der zweite Auftritt war „der“ Knüller. An der Anlegestelle ging das Publikum begeistert mit – La Ola war angesagt – und verlangte nach einer Zugabe des Fußballliedes 54-74-90-2010. Die vier jungen Solisten Anna, Nina, Lars und Jonas wurden dabei vom wunderbar spielenden Schulorchester begleitet und schmetterten das Lied mit solcher Inbrunst, als wäre Deutschland bereits Fußballweltmeister.

Beim nächsten Auftritt im „Weißen Saal“ des Schlosses sangen Gräfin Bernadotte, Ministerin Dr. Stolz und andere Ehrengäste die traditionellen Lieder eifrig mit, die schon Oma und Opa sangen. Begleitet wurden sie dabei von Frau Pfeil am Klavier und Clarissa Henle auf der Querflöte. Besonders gelobt wurde die stimmbildnerische Qualität des Gesanges der Kinder. Natürlich stand zwischen den einzelnen Auftritten freie Zeit zur Verfügung, und die Kinder könnten sich die Insel anschauen. Andere vergnügten sich am Wasserspielplatz, und einige „verwechselten“ diesen mit einem Freibad. Alle diese Erlebnisse hinterließen einen unvergesslichen Eindruck, und so kamen die Kinder mit ihren Begleitern müde, aber gut gelaunt, um 20 Uhr wieder im Klosterhof an.

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

Lang, lang ist‘s her

Zitherverein Söflingen

100 Jahre Zitherverein Ulm-Söflingen

100 Jahre sind eine lange Zeit und vieles hat sich seit Gründung des Zithervereins Ulm-Söflingen geändert. Damals 1910 war es eine bescheidene Gemeinde von Freunden, die miteinander musizierten, Ausflüge und Bergwanderungen machten, Karten spielten, feierten, tanzen. 1910, vier Jahre vor Beginn des ersten Weltkriegs, wurde der Verein, der sich damals noch „Zitherverein Alpenröserl Söflingen“ nannte, gegründet. Wie alles angefangen hat, beschreibt der Initiator der Vereinsgründung Christof Mayr wie folgt: „Die Entstehung des Zithervereins Söflingen ist eigentlich darauf zurückzuführen, dass ich mich im Mai 1910 von Genf kommend statt in meine Vaterstadt Augsburg zurückzukehren in Ulm-Söflingen niedergelassen habe. Die Anstellung bei der Firma Magirus, die schöne Ulmer Gegend und nicht zuletzt die kameradschaftliche Verbindung mit Söflinger Zitherfreunden haben mich hier für dauernd festgehalten. Als ehemaliger Dirigent des Zithervereins Bavaria Augsburg kam mir in den Sinn, auch in Söflingen einen Zitherverein zu gründen. Auf meine Anregung meldeten sich mehrere Zitherfreunde und es wurde bei einer im September 1910 einberufenen Versammlung in der Glocke in Söflingen der Zitherverein Alpenröserl Söflingen gegründet. 1911 fand das erste öffentliche Konzert im Lammsaal statt.“ Viele Persönlichkeiten haben in der langen Zeit ihre Spuren hinterlassen. Der Vereinsgründer Christof Mayr hat halb Söflingen Zitherunterricht gegeben. Um die Ausbildung der Zitherschüler kümmern sich heute höchst erfolgreich Herwig Leiter und Gottfried Fink, beide staatlich anerkannte Musiklehrer. Dirigent des Zither-Orchesters ist seit genau 30 Jahren Herwig Leiter. Derzeitige 1.Vorsitzende des Vereins ist Gusti Sollich-Lang. Herwig Leiter hat das Repertoire des Zitherorchesters bedeutend ausgeweitet. Musiziert werden sowohl Bearbeitungen von Stücken aus der Renaissance und der Wiener Klassik als auch moderne Stücke. Dass dabei die traditionelle Volks- und Zithermusik nicht zu kurz kommt, ist dem Verein ein besonderes Anliegen und eine Selbstverständlichkeit. Die Musiker freuen sich, daß auch junge Leute die Zither inzwischen wieder „cool“ finden. Sie hoffen, daß auch den Zuhörern gefällt, was sie vom Zitherorchester Ulm-Söflingen und den Kleinbesetzungen des Vereins dargeboten erhalten.

Zwei Zeitungsberichte sollen einen Einblick in schöne Konzertabende des Söflinger Zithervereins geben:
Ulmer Tagblatt vom 17.11.1931:
„Am Freitagabend hielt der Zitherverein Alpenröserl im Saal Zur Breite in Söflingen einen Solistenabend ab, zu dem auch ein kleiner Kreis von Gästen geladen war, da der Verein den berühmten Zither- und Gitarrevirtuosen Fritz Mühlhölzel aus München gewonnen hatte und etwas Außergewöhnliches bieten wollte. Es war außerordentlich bedauerlich, daß die Platzfrage für den unerwartet starken Besuch durch Umwand-lung des Tischkonzerts in ein Stuhlkonzert nur zum kleinsten Teil gelöst werden konnte. Wer einen Sitz- oder Stehplatz ergattern konnte, war glücklich und trotz drangvoll fürchterlicher Enge herrschte peinlichste Ruhe. War der musikalisch Anspruchsvolle schon durch die einleitenden Vorträge des Gesamtensembles des Zithervereins aufs angenehmste überrascht durch das weiche Spiel, das willige Sicheinfügen, das Herausarbeiten der Motive, so musste er seine Vorurteile gegen diese Art von Musik restlos einpacken bei den Darbietungen des frei vortragenden Künstlers. Was an Feinheit der Auffassung und Wiedergabe, an fabelhafter Technik, an selbstverständlicher Bemeisterung schwierigster Passagen geboten wurde, ist in dieser Art von Musik kaum noch zu übertreffen.“

Neu-Ulmer Zeitung 1983
„Mit großer Erwartung kamen die Freunde der Zithermusik zum Frühjahrskonzert in den vollbesetzten, akustisch idealen Löwenbau des Zeughauses. Die Mitwirkenden bezauberten in unterschiedlicher Besetzung durch den stattlichen Zitherchor, durch das makellos aufeinander eingespielte Quartett Gottfried Fink, Dagmar Held, Margit und Herwig Leiter. Gernot Sauter übertraf alle Erwartungen. Er setzte mit der Fandasie d-moll von Burgstaller und mit eigenen Impressionen nach Worten von Rainer Maria Rilke krönende Leistungsakzente. Lächelnd sagte er seine beiden an melodischer Innigkeit überreichen Dreingaben an. Eine derart konzentrierte musikalische Substanz persönlich mitzuerleben, war fürwahr ein einmaliges Erlebnis.“ Das 100-jährige Jubiläum des Zithervereins Ulm-Söflingen wird mit einem gemeinschaftlich mit dem Deutschen Zithermusik-Bund veranstalteten Konzert am Samstag, 12. Juni 2010, 19.00 Uhr, im Stadthaus auf dem Ulmer Münsterplatz gefeiert. Ab 15.00 Uhr findet im Foyer im 1.OG eine Instrumentenausstellung und Beratung der Instrumentenbaumeisterin Ulrike Meinel aus Markneukirchen statt. Karten gibt es an der Abendkasse und bei den Musikern des Vereins. Reservierungen auch bei Frau Sollich-Lang. Tel. 38 39 98 oder gusti_sollich@web.de

www.zitherverein-ulm-soeflingen.de

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger
Bild v.l.: Raimund Wiesner 50 J., Werner Schwanitz 25 J., Karl Fischer 50 J., Hanne Häfner 40 J., Gusti Sollich-Lang 25 J., Gertrud Schwanitz 50 J., Ute Schornagel 25 J., Hermann Schneid 50 J.

Bild: privat

Jubiläumskonzert am 17. Aprll 2010

Ulmer Zupforchester feiert sein 90jähriges

Das Jubiläumskonzert des Ulmer Zupforchesters, das sein Domizil im Söflinger Forsthaus hat, war ein voller Erfolg. Nach einem musikalischen „Festlichen Auftakt“ und einer „Canzona“, gespielt vom Zupforchester, erfolgten die Ehrungen der Jubilare. Dabei bekam jeder der Geehrten ein paar ganz persönliche Sätze mit auf den Weg – eine nette Geste!

Für das Zitherquartett Weißenhorn, das aus Terminschwierigkeiten absagen musste, sprangen Gottfried Zink (Zither) und Rudolf Keller (Gitarre) ein. Ihre Melodien – ein Ländler von Herzog Max von Bayern sowie Folklore-Musik aus England und Irland – wurden sehr musikalisch und einfühlsam vorgetragen und bewiesen ein exzellent aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel. Die beiden Künstler erhielten zu Recht den begeisterten Beifall des zahlreichen Publikums.

Nicht weniger begeisterten die drei Überraschungsgäste. Das Söflinger Mundharmonika-Trio der Herren Pappler, Rebien und Schätzle spielten u.a. „Der kleine grüne Kaktus“ – sowohl ein Ohren- wie ein Augenschmaus. Mit diesem Geburtstagsständchen für das Zupforchester brachten sie eine zusätzliche Klangfarbe ins Programm.

Abgerundet wurde das Konzert mit weiteren Melodien vom hervorragend harmonisierenden Zupforchester – ein Beweis für die gute Vereinsarbeit. Lang anhaltender Applaus war der Lohn. Und ein Zuhörer – Gitarrelehrer der Musikschule Dornstadt – war so begeistert, dass er sich spontan für den Verein einsetzen und zunächst probehalber für ein halbes Jahr den Dirigentenstab schwingen will!

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

Musikalischer Nachwuchs

Söflinger Anzeiger

Regenwanderung im Kiesental

Söflinger Anzeiger

Volle Konzentration

Musikverein Söflingen / Stadtkapelle Ulm

Musikalische Varianten im Jubiläumsjahr

Im Rahmen ihres 90-jährigen Bestehens und als Höhepunkt der ersten Jahreshälfte gab die Stadtkapelle am 25. April im sehr gut besuchten Ulmer Kornhaus ein Konzert. Das Programm wurde darüber hinaus an drei Tagen eine CD eingespielt.Zur Eröffnung erklang Edward Elgars “Pomp and Circumstance - Military March No. 4”, der im Gegensatz zum weitaus berühmteren „No. 1“ selten aufgeführt wird und doch mit diesem einiges an Aufbau und Melodie gemein hat. Es folgten weitere britische Pretiosen: die in sich sehr abwechslungsreiche und unterhaltsame dreisätzige „Folk Song Suite“ von Ralph Vaughn Williams sowie das bläserprächtige „Nimrod“ aus „Enigma Variations“, wiederum von Elgar. Mit der CD-Aufnahme war auch die erstmalige Demoeinspielung der (zehn) „Variationen über ein englisches Volkslied“ („Early One Morning“), ein international prämiertes und ideenreiches Werk des jungen Landsberger Komponisten Fabian Schmidt – der dem Konzert beiwohnte, für den betreffenden Musikverlag verbunden. Nach der Pause kam das klanggewaltige, bisweilen düstere und von der Harmonik her interessante „In einem anderen Licht“ von Stephen Melillo zu Gehör.

Höhepunkte des Abends bildeten aber zum einen Alfred Reeds Armenische Tänze (1), in denen das 65köpfige sinfonische Blasorchester unter der Leitung von Franco Hänle seine Stärke ausspielen konnte und welche durch höchstklassige Verarbeitung verschiedener Volksweisen Sentimentalität, Fröhlichkeit, Humor, Rhythmik und musikalische Lyrik in sich vereinen. Zum anderen das „Concertino for Marimba and Winds“ aus der Feder des gleichen Schöpfers in einer ebenso reizvollen Zusammensetzung aus einem lyrischen Nocturne, einem frechen Scherzetto und einer Boogie-Toccata. Hier brillierte der Dirigent virtuos selbst am Marimbaphon, während der CD-Aufnahmeleiter Alexander Beer (SJBO Stuttgart) die Kapelle übernahm.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich noch die schmissig-spritzige „South Rampart Street Parade“ (Bauduc/Haggart) und den traditionellen „Ulmer Fischermarsch“ als Zugaben. Ihr Probenwochenende zur intensiven Vorbereitung verbrachten die Musiker im Schullandheim Vogelhof in Ehingen-Erbstetten, ungestört von äußeren Einflüssen wie Handynetz und in der Nachbarschaft von (ob dieser nicht so glücklichen) Kristall-Esoterikern.

Muttertagskonzert
Ebenfalls konzertant ging es am 9. Mai in der Bläserschule zu. Im übervollen Musiksaal des Forsthauses zeigten 21 Schüler, das Nachwuchsorchester und ein Klarinettentrio ihr Können. Anschließend gab es noch Kaffee und Kuchen.

Sonstige Aktivitäten bildeten der Seniorennachmittag am 10. April, die verregnete Vatertagswanderung im Kiesental zur Weidacher Hütte (12.5.) und die musikalische Umrahmung des Fronleichnamsgottesdienstes durch Blechbläser (3.6.).

Dieses Wochenende lädt der Musikverein ins Meinlohforum ein:
Samstag, 20 Uhr: Serenadenkonzert zusammen mit der Feuerwehrkapelle Pfuhl (Eintritt frei) und Verköstigung Sonntag, 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Frühschoppen.

Weitere Termine:
11.7. Weststadtfest (Weststadthaus) – Nachwuchsorchester
17.7. Sommernachtsfest (Klosterhof)
19.7. Schwörfeier (Weinhof); Nabada (Saumarkttor); Schwörmontagsausklang (Klosterhof)
26.9. Paradekonzert (Marktplatz)
www.stadtkapelle-ulm.de
www.blaeserschule-soeflingen.de

Holger Grafl, Fotos (alle Musikverein): CD-Aufnahme (HP Mall), Probenwochenende (C. Nill), Vatertag (H. Grafl), Muttertag (C. Nill)

Söflinger Anzeiger
Bild: Mayer

Im Bild von Johannes Fraidel

„Die Söflinger Bürgerwehr“

Der Maler
Das Ulmer Museum besitzt ein Bild des am 2. Mai 1819 in Söflingen geborenen Kunstmalers Johannes Fraidel, das die Bürgerwehr von Söflingen zeigt. Noch zu seinen Lebzeiten schenkte es der Künstler seiner Heimatgemeinde, die es im Rathaussaal aufhängte. 1931 kam es ins Ulmer Museum. Einige seiner Porträts haben im Münchner Nationalmuseum Platz gefunden. Darüber hinaus gibt es von ihm weitere Gemälde, Bleistiftskizzen, Feder­zeichnungen und Aquarelle, die sich z.T. in Privatbesitz befinden. Seine andauernde Krankheit zwang den ledigen Künstler 1847 von München zurück nach Söflingen, wo er bis zu seinem Tod im Haus seiner Eltern wohnte. Im „Ulmer Intelligenzblatt“ vom 30.10.1849 erschien anl. des Todes von Johannes Fraidel ein Nachruf: „Am letzten Samstag, 27. Oktober, wurde in Söflingen ein reiches Kunsttalent zu Grabe getragen: Herr Johannes Fraidel, daselbst. Er machte seine Studien in München. Seine Bilder auf den Ausstellungen des dortigen Kunstvereins fanden die Anerkennung der Laien und Meister. Auch hier befinden sich einige Portraits von ihm, die hinsichtlich der Auffassung und der Farbentechnik zu den besten Leistungen in diesem Genre zählen.“

Eine Bildbeschreibung

Der Vordergrund
Das Bild des Johannes Fraidel stammt aus dem Jahr 1848. Er wollte mit seinem Werk nicht nur 36 einzelne Bürgerwehrmitglieder porträtieren, er wollte auch seine Heimat und deren Umgebung zeigen. Die Söflinger Bürgerwehr bestand damals aus zwei Kompanien mit zusammen 250 Mitgliedern. Fraidel stellte die 36 Einzelmitglieder auf die Anhöhe oberhalb des Söflinger Friedhofes, etwa in Höhe der heutigen Pfarrer-Weser-Straße. Die Bürgerwehr nimmt dabei die ganze Bildbreite in Anspruch. In der Bildmitte sehen wir zwei Offiziere hoch zu Ross: den Befehlshaber im Majorsrang und seinen Adjudanten, einen Oberleutnant. Links des Befehlshabers steht ein Bürgerwehrmann mit Muskete und aufgepflanztem Bajonett. Es folgen fünf Offiziere und der Bürgerwehrarzt. Nach der Lücke ist ein Bürgerwehrmann in Profilstellung abgebildet. Daneben stehen zwei Tamboure mit weißem Helmbusch, dazwischen ein Oberfeldwebel und ganz links drei Mann, davon zwei Feldwebel und ein Oberfeldwebel. Vor den beiden Tambouren stehen zwei Buben, davon einer mit Kindergewehr und aufgepflanztem Bajonett unter dem Arm. Ein weiterer Bub steht vorne beim Bürgerwehrarzt mit den Händen auf dem Rücken; er richtet den Blick auf die Reiter. Rechts des Befehlshabers und seines Adjudanten sehen wir vier sonntäglich gekleidete Herren in Zivil. Vorne steht der Gemeindepfleger mit langen Rohrstiefeln, daneben der Schultheiß mit Stock, beide mit Zylinderhut und langem Rock. Dahinter entdecken wir den Ortspfarrer (mit Brille) und den Vikar. Dann folgt die Bürgerwehrmusikkapelle mit dem Kapellmeister und 12 Musikanten. Hinter den im Porträt festgehaltenen Personen schließt sich die Masse der Bürgerwehrmänner an, die aber nicht zu identifizieren ist. Weiter hinten erkennt man einen Mann sowie drei Frauen und ein kleines Mädchen. Sie sind gekommen, um das seltene Schauspiel der gesamten Bürgerwehr mit ihrer Musikkapelle und den bunten Uniformen zu betrachten. An der linken Bildseite erscheint im Westen der ehemalige Klosterziegelstadel mit Brennöfen, Trockenhütten, Ökonomie- und Wohngebäuden. Der damalige Pächter hatte den Betrieb 1807 vom bayerischen Staat erworben – Söflingen gehörte ja nach der Säkularisation bis 1810 zu Bayern. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jh. wurde er noch weitergeführt. Dieser Ziegelstadel stand etwa unterhalb der heutigen Söflinger Hautklinik, im Winkel zwischen Maienweg und Harthauser Straße. Bei den im rechten Bildrand (Osten) stehenden Häusern handelt es sich um das damalige Neubaugebiet mit der Glocken-, Brunnen- und Seilergasse, in Söflingen als „Bethlehem“ bekannt, da es auf dem Gewann „Herrgotts­äcker“ errichtet wurde. Auf der nördlichen Talseite erkennt man die mit einer durchlaufenden Obstbaumreihe bepflanzte Blaubeurer Straße zwischen Blaubeurer Tor und der damaligen Grabenbruck (heute etwa Lupferbrücke) in Söflingen.

Der Hintergrund
Als Hintergrund zeigt sich dem Betrachter der Rand der Albhochfläche. Auf der linken Bildfläche geht es hoch zum Eselsberg, der dann nach Osten ins Lehrer Tal abfällt. Weiter nach Osten erkennt man das gerade im Bau befindliche große Bauwerk der Bundesfestung Ulm mit der Wilhelmsburg über dem Michelsberg.

Die Bürgerwehr
Seit Jahrhunderten gab es in Deutschland Bürgerwehren und Garden zur Stadtverteidigung, die meisten wurden aber wieder aufgelöst, etwa in Ulm. Hier bestand von 1829 bis 1855 eine Bürgerwehr mit Schützenkompanie und Garde zu Pferd. Wie nötig diese war, zeigt ein Vorfall vom 17.6.1849: Im damaligen Lokal „Römischer Kaiser“ – später „Deutscher Kaiser“ auf dem Judenhof war es im Tanzsaal zwischen dem Militär und der Polizei zu schweren Streitereien gekommen. Im Verlauf der Auseinandersetzungen, die später als Judenhofkrawalle in die Geschichte eingingen, wurde sogar ein unbeteiligter junger Mann erschossen. Zur Schlichtung musste die Ulmer Bürgerwehr gerufen werden. Einige Bürgerwehren bestehen heute noch, wenn auch mit veränderten Aufgaben: sie betrachten sich als die Bewahrer einer Tradition, verbunden mit örtlichem Brauchtum. So gibt es z.B. in näherer Umgebung noch Bürgerwehren (in Klammern die Gründungsjahre) in Ehingen (1243), Dietenheim (1313) oder Saulgau (1320). Durch die Napoleonischen Kriege wurde das alte Deutsche Reich zerstört. Feudale Sonderrechte und kleinstaatliche Zersplitterungen wurden überwunden. So wurde z.B. Württemberg 1806 Königreich von Napoleons „Gnaden“, erhielt Oberschwaben und viele kirchliche Gebiete, und es wurde festgelegt, dass der seit dem Mittelalter herrschende Feudalismus abgeschafft werden würde. Aber spätestens mit dem Wiener Kongress von 1815 und dem „Wirken“ des Fürsten Metternich begann die Wiederherstellung der vorrevolutionären Zustände und die Unterdrückung freiheitlicher Bestrebungen durch verwaltungs- und verfassungsrechtliche Vorschriften. Im Februar 1848 wurde in Frankreich der König abgesetzt und die 2. Frz. Republik ausgerufen. Im Folgemonat gab es auch in Deutschland gewalttätige Ausschreitungen gegen die Feudalherrschaft. Eine der großen Forderungen dieser Revolution war die „Volksbewaffnung“. Das liberale Bürgertum war gegen die ins Wanken geratene Front der alten Gewalten angetreten und verlangte nach einer Umgestaltung der politischen Verhältnisse in Deutschland. So sollte auch das Wehrwesen auf eine gänzlich neue, volkstümliche Grundlage gestellt werden und das Heer als Machtinstrument der Fürsten durch eine Volkswehr ersetzt werden. Als aber Ende März das Gerücht aufkam, 40000 Franzosen seien in Baden eingedrungen, um ihre früheren Gebiete zurück zu erobern, beschloss der württ. Landtag gewissermaßen über Nacht die Ablösung der Lehnsherrschaft und zur Abwehr der Invasion die landesweite Aufstellung von Bürgerwehren. Diese wurden auf Grund des Gesetzes „die Volksbewaffnung betreffend“ vom 1. 4. 1848 eingerichtet, das König Wilhelm I. von Württemberg erlassen hatte. Darin heißt es u.a.: „ Die Bürgerwehr hat die Bestimmung, die Wehrhaftigkeit der Staatsbürger zu befördern, Verfassung und Gesetze zu beschützen und die öffentliche Ordnung und Ruhe aufrecht zu erhalten. In sämtlichen Gemeinden des Landes sind Bürgerwehren zu errichten“. Es folgen Bestimmungen z.B. über Dienstverpflichtungen, Ausnahmen davon, Gliederungen der Bürgerwehr, Verwaltung und Bewaffnung. Natürlich durfte eine Verfügung „betreffend das Verhältnis des stehenden Heeres zu der Bürgerwehr“ nicht fehlen.

Zum Dienst in der Bürgerwehr waren im Allgemeinen alle volljährigen, im Gemeindebezirk wohnenden Bürger bis zum erfüllten 50. Lebensjahr verpflichtet. Dagegen mussten Personen, die aus bestimmten Gründen ausgeschlossen waren, einen jährlichen Geldbeitrag leisten. Bei nicht mehr als acht jährlichen Übungen musste der Gebrauch der Waffen und des „militärischen Schrittes“ eingeübt werden. Die Bewaffnung bestand in einer leichten Muskete mit Bajonett und Patronentasche. Die Kleidung sollte einfach, aber gleichförmig sein, und - jeder Bürgerwehrmann musste seine Ausrüstung aus eigenen Mitteln bestreiten! Aus einer kgl. Verordnung vom 1. 6. 1848 geht ergänzend hervor: „ Zur Teilnahme an der Bürgerwehr sind auch solche verpflichtet, welchen die Ausrüstung, deren Anschaffung ihnen aus eigenen Mitteln schwer fallen würde, durch die Gemeinde besorgt wird “. Obwohl sich das Gerücht über den Einmarsch der Franzosen als unwahr erwies, zog sich das Ringen um eine neue Form des Wehrwesens weiter durch die ganze Revolution. Ein entscheidender Durchbruch gelang aber nicht, da sich die revolutionären Kräfte uneinig waren. Zwar besaß die Volksbewaffnung in vielen Städten des Königreichs Württemberg eine bis ins Mittelalter zurückreichende ununterbrochene Tradition, der sich das Bürgertum im 19. Jh. durchaus verpflichtet fühlte, gegen die allgemeine Einführung einer Bürgerwehr in Württemberg herrschte aber vor allem in den kleineren Städten und in ländlichen Gemeinden fast überall eine große Abneigung. Zudem verloren die Bürgerwehren mit der Entwicklung des stehenden Heeres an Bedeutung. Deshalb erhielt das Bürgerwehrgesetz am 3. 10. 1849 eine Neufassung. Die wichtigste Änderung lautete: „ Wenn . . . für eine Gemeinde die Aufbringung der Kosten der Bürgerwehr besonders bedrückend ist, kann zeitweise gestattet werden, die Bildung der Bürgerwehr aufzuschieben“ . Der Söflinger Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 3. 6. 1850, „dass man um Aufschub der Bildung einer Bürgerwehr dahier einkommen wolle“. Diesem Antrag wurde noch im Oktober desselben Jahres entsprochen – daraufhin wurde die Söflinger Bürgerwehr aufgelöst. Genaue Unterlagen darüber sind aber nicht vorhanden.

Otto Schempp (Quellen: F. Becker)

Söflinger Anzeiger

Söflinger Anzeiger

Bilder: Mayer

Söflinger Anzeiger

D’r Bruddler

Wetter, du bisch au nemme dees! An oim Tag erbarmsch di vielleicht amol ond schicksch a paar Sonnestrahle - moischtens aber bloß a bissle, ond am andre Tag läscht du ons Schwimmhäut´ zwische de Zeha wachse. Ond oft wechslet dia Kapriole au no stündlich! Kaum send mir Mensche irgendwo onderwegs, fangt´s zom Giaßa a. Oder wenn oine a Feschtle im Freie plant hent – dia kennet des glatt vergesse! Bade findet im Hallebad oder dahoim statt, Gartewirtschafte standet vor´m Ruin, ond luftige Bekleidung kauft au koiner. I woiß au net, was mir dir doa hent. Also, Wetter, könntesch de net a bissle z´ ammereißa! Guck doch bloß da vergangene Monat a – er hoißt em Allgemeine „Wonnemonat“. Der war aber viel z´ kalt, viel z´ nass, ond a Sonn´ hent mr au kaum g´seah, des isch doch koi Sach´!

Wetter, kennsch du eigentlich da Onderschied zwische konsequent ond inkonsequent? Konsequent hoißt: HEUTE so – MORGEN so.

s´Andere bedeutet: heute SO, morgen SO! Aber i möchte ja net politisch werde, sonscht könnt´ma ja no moine, du wärsch mit viele von dene Politiker verwandt! I woiß net, ob dir des recht wär!

Ons bleibt aber wenigschtens oin Troscht: es ka bloß besser werde!

Söflinger Anzeiger

Beim Steckbrot-Backen

Söflinger Anzeiger

Mittelalterliche Lebensart

Bilder: Mayer

Vorstadtverein Ulm-Söflingen e.V.

Aktivitäten im Doppel

Am 4. Juli findet von 14 Uhr bis 18 Uhr auf dem Meinloh-Forum ein Kinderfest statt, das grundsätzlich für Kinder ausgerichtet ist. Schon das Motto „Blaulichttag“ deutet in diese Richtung. Neben d

r Feuerwehr, dem THW und dem ASB dürfte eine Rettungshundestaffel das Interesse wecken. Um dem Bewegungstrieb gerecht zu werden, baut der Kindergarten auf dem Spielplatz beim Meinloh-Forum verschiedene Stationen auf, und der Reitverein bringt vom Butzental Pferde zum Kinderreiten mit. Natürlich darf auch die Musik nicht zu kurz kommen: die Meinloh-Grundschule tritt mit Chor und Orchester auf. Gegen unerwartet schlechtes Wetter sind auf dem Meinloh-Forum die Schirme aufgespannt. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Im Herbst gibt es dann einen mittelalterlichen Markt, aber diesmal in etwas anderer Form.

Am 25. und 26. September lädt eine mittelalterliche regionale Gruppe zum Mitmachen auf den Klosterhof ein - es soll aber kein reiner „Trödlermarkt“ werden. Zwar werden Elixiere, Essenzen, Kräuter und Öle, Schuhe und Gewänder, Schmuck, Dinge aus Leder, Tücher, Felle oder Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens angeboten, aber auch Gaukler, Künstler und Spielleute mischen sich unters Volk. Aktivitäten wie Zauberer, Theater, Karussell, Brotbacken u.a. lassen ein buntes Treiben erwarten.

Otto Schempp

Söflinger Anzeiger

im Verbund: geistliche und kirchliche Welt

Söflinger Anzeiger

Premiere in Söflingen

Bilder: Mayer

Neuer katholischer Pfarrer im Amt

Investitur in Söflingen: Stefan Cammerer

Am 9.Mai wurde der neue Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ulmer Westen mit den drei selbständigen katholischen Kirchengemeinden St. Elisabeth, Heilig Geist und Mariä Himmelfahrt investiert. Pfarrer Cammerer war zuvor Pfarrer der Seelsorgeeinheit Unteres Brenztal sowie Dekan in Heidenheim.

Wir haben Pfarrer Cammerer ein paar Fragen gestellt.

Was hat Sie gereizt, sich für die Pfarrerstelle in der Seelsorgeeinheit zu entscheiden?
Gut 11 Jahre war ich Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Unteres Brenztal – da war ein Wechsel wieder angesagt. Bei der Suche nach einer neuen Stelle war mir wichtig, wieder auf Gemeinden zu treffen, die wissen, dass die Kirche kein Museum ist, sondern im Dienst an den Menschen sich immer wieder neu einlassen muss auf die Gegebenheiten der fortschreitenden Zeit. Das hat das letzte Konzil mit dem von Papst Johannes XXIII. geprägten Begriff „Aggiornamento“ gemeint (etwa: Öffnung gegenüber der gegenwärtigen Welt). Zur Zeit sind wir da weit entfernt. Aber da wir ja alle Kirche sind, bin ich optimistisch. Ein zweiter Beweggrund ist die Nähe Ulms zu Bayern. Ich bin in Tutzing am Starnberger See aufgewachsen und habe noch vielfältige familiäre Beziehungen dorthin.

Vor ein paar Wochen sind Sie im Pfarrhaus in Söflingen eingezogen. Wie ist Ihr erster Eindruck von Ihrem neuen Wohnort?
Meine derzeitige Beschäftigung besteht vor allem im Kistenauspacken, Einräumen, Aussortieren – so ein Umzug macht sehr viel Arbeit, und deshalb bin ich noch nicht sehr viel herumgekommen. Ins Auge fällt das schöne, fast idyllische Ensemble des Klosterhofs mit den gepflegten alten Häusern, dem Blaukanal und dem großen Platz in der Mitte, auf dem einmal in der Woche auch der kleine, aber feine Wochenmarkt durchgeführt wird. Schätzen gelernt habe ich auch das nahe Rathaus (Dienstleistungszentrum) – so schnell und unkompliziert habe ich noch nie mein Auto umgemeldet gehabt.

In allen drei Kirchengemeinden leben rund 11 500 Katholiken. Was erwarten Sie von den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Ulmer Westen?
Es ist ja oben schon angeklungen: Ich hoffe auf Menschen, die sich nicht abschrecken lassen vom derzeitig schlechten Bild, das die Kirche abgibt, sondern die wissen, dass wir durch unsere Taufe alle zusammen beauftragt sind, der Welt zumindest dort, wo wir stehen, eine menschliche Note zu geben. Die Kirche ist dabei unser „Basislager“. Wir versammeln uns, vergewissern uns der Nähe untereinander und zu Jesus und zu seinem Wort und Auftrag, feiern unsere Mitte, lassen uns stärken . . . Und dieses Basislager gestalten wir auch mit!

Wie sehen Sie die Zukunft der katholischen Kirche?
Niemand ist Hellseher, ich auch nicht. Aber es zeichnet sich ab, dass das, was Papst Johannes XXIII. mit seinem Konzil gewollt hat, bei den Menschen noch nicht richtig angekommen ist. Nicht zuletzt ist das Anliegen des Konzils in Rom selbst ausgebremst worden. Nun sind wir in der Kirche aber an einem Punkt angelangt, an dem es nicht weitergeht, das merkt jeder wache Christ. Und das macht mir Hoffnung. Gottes Geist sammelt, glaube ich, gerade die Menschen „guten Willens“, damit Neues entstehen kann . . .

Was machen Sie in Ihrer freien Zeit gerne?
Erfahrungsgemäß ist freie Zeit knapp bemessen. Ich höre gerne Jazz, gehe ein-, zweimal im Jahr Skifahren, hab´ ein Radl griffbereit in der Garage stehen, schaue gern in die Sterne und versuche, Zeit zum Lesen frei zu haben.

Welches ist Ihr Lieblingsgericht?
Da bin ich sehr bodenständig. Eine gute schwäbische oder bayerische Küche verachte ich nicht. Schön ist es, wenn es auch noch gesund ist.

Vielen Dank, Herr Pfarrer Cammerer, für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen einen guten Anfang in der Seelsorgeeinheit Ulmer Westen.

Michael Kaupper

<< nach oben

Söflinger Anzeiger

Bild: Mayer

Auf dem Söflinger Friedhof

Hoffnung auf eine gute Zukunft

An Allerheiligen 1993 pflanzten Mitglieder der kath. Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Söflingen zusammen mit dem damaligen Pfarrer Michael v. Rottkay um 11.15 Uhr in feierlichem Rahmen einen Ginkgo-Baum auf dem Söflinger Friedhof. Dieser wurde von einer Söflinger Familie zu Ehren der Mutter Gottes wegen großer Hilfe in Not und einer damit verbundenen Heilserfahrung gestiftet. Äußerer Anlass war das 300-jährige Bestehen der ehemaligen Klosterkirche.

Der Ginkgo-Baum gilt als ältester Baum der Erde – die Ursprünge seiner botanischen Gattung reichen bis 300 Mio Jahre zurück. Er stammt aus Ostasien, und typisches Merkmal sind seine fächerförmigen, breiten Laubblätter, die in der Mitte mehr oder weniger stark eingekerbt sind. Er ist extrem widerstandsfähig gegen jegliche Art von Umwelteinflüssen wie z. B. Abgase und Streusalze oder Schädlingen wie Insekten, Pilzen, Bakterien oder Viren. Ein Ginkgo - Baum überlebte sogar den Atombombenabwurf auf Hiroshima und trieb – total verbrannt – im darauf folgenden Jahr einen neuen Spross inmitten einer völlig zerstörten Vegetation. Heute symbolisiert dieser Baum die Hoffnung in die Zukunft. In der Medizin finden Spezialextrakte Anwendung bei arterieller Durchblutungsstörung, bei Schwindel und Tinnitus und bei Demenzerkrankungen. Anfangs war unser Söflinger Ginkgo –Baum gut mannshoch. Mittlerweile ist er zu einem stattlichen Baum herangewachsen – als Zeichen unserer Hoffnung. Man findet ihn auf der Ostseite des Söflinger Friedhofs in Höhe der Aussegnungshalle am Weg zum mittleren Ausgang Richtung St.Leonhard-Straße knapp unterhalb der Einmündung der Krausstraße. Damit die Pflanzung des Baumes vor 16 Jahren in Erinnerung bleibt, weist eine vor dem Baum angebrachte Tafel auf das damalige Geschehen hin.

Niko Karan

Söflinger Anzeiger

Bild: Mayer

hmmmmh... ein Gaumenschmaus

Träubleskuchen

In den Söflinger Gärten wurden früher ja Unmengen von Träuble „gebrockt“ (geerntet). Im Anschluss daran wurden in den Gärten Feste mit den Brockerinnen und Brockern, mit Freunden und Kunden gefeiert. Viele Träuble wanderten ja auf den Ulmer Markt. Aber auch in den Gaststätten wurde bei Tanz und Musik gefestet. Dies ist übrigens eine Version der Entstehung des Zeitbeerfestes. Die andere geht auf General Moreau zurück, der während der frz. Revolutionskriege vor Söflingen stand und nach dem „Genuss“ des Zeitbeerweines den Ort verschont haben soll. Zur Zeit der Träublesernte wanderten dann die Bürger der Reichsstadt Ulm gerne nach Söflingen, um dort einzukehren und Träubleskuchen und Zeitbeerwein zu genießen.

Rezept für Träubleskuchen

Zutaten für den Mürbeteig:
250 g Mehl
1 TL Backpulver
125 g Butter
65 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eigelb
1 EL Rum

Zutaten für Füllmasse
zwischen Teig und Belag
2 Eigelb
3 EL Semmelbrösel
50 g gemahlene Mandeln
1 EL Zucker

Zutaten für Belag
4 Eiweiß
1 Prise Salz
125 g Zucker
500 g Johannisbeeren
150 g gemahlene Mandeln

Zubereitung:
1) Mürbeteig kneten und in Form füllen
2) Masche zwischen Teig und Belag: Eigelb verquirlen, Teig damit bestreichen.Semmelbrösel, Mandeln und Zucker vermischen und auf das Eigelb verteilen. 15 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 180°C vorbacken.
3) Belag: Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen, Zucker vorsichtig unterrrühren, Johannisbeeren und Mandeln unterheben. Die gesamte Masse auf dem Kuchengleichmäßig verteilen.

Weitere 30 Minuten bei 180°C backen.

Söflinger Anzeiger

dpp/Zbigniew Mazar

Test in der Audi-Stadt:

„Travolution“ sorgt für Ampelgrün

Schlägt der Kreisverkehr die Ampel – oder siegt etwas ganz Neues; zumindest innerorts? – „Travolution“, eine Wortschöpfung aus „Traffic“ und „Evolution“, heißt das Zauberwort; hinter dem sich ein intelligentes Verkehrssteuerungssystem verbirgt. Unter dieser Überschrift forscht die Automobilindustrie vor allem intensiv, wie sich Ampeln an Kreuzungen und Einmündungen so schalten lassen, dass so gut wie keine Staus und Wartezeiten entstehen.

Ein in Ingolstadt gestarteter Feldversuch, in den Audi mit entsprechend „vernetzten“ Fahrzeugen maßgeblich involviert ist, hat erste Erkenntnisse gewinnen lassen. Heute werden sie vor Ort vorgestellt. Am Projekt sind neben der Audi AG, dem Ingolstädter Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation auch der Lehrstuhl für Verkehrstechnik an der TU München und die GEVAS software GmbH beteiligt. „Travolution“ will vor allem dafür sorgen, dass der Straßenverkehr flüssiger wird und lästiges Warten an roten Ampeln entfällt, indem ein Großrechner Ampeln „Intelligenz“ vermittelt und Autos beibringt, mit ihnen zu kommunizieren. Zahlreiche Ampeln an stark befahrenen Kreuzungen in der oberbayrischen Stadt wurden für eine intelligente Verkehrssteuerung zielgerichtet miteinander vernetzt, um über einen – wie es heißt – „evolutionären Algorithmus“, ein kompliziertes Rechenmodell, gesteuert werden zu können.

Herkömmlich gesteuerte Ampeln richten sich, wenn überhaupt, nach augenblicklichem Verkehrsaufkommen. Vorhersehen können sie nicht, wie sich der Verkehr entwickelt. Bekanntlich haben grüne Wellen zwangsläufig zur Folge, dass der Querverkehr eine Zeit lang Rot sieht. Anders wird bei „Travolution“ verfahren. Induktionsschleifen in der Fahrbahn an den Ampeln messen das Verkehrsaufkommen und senden die Daten an einen Zentralrechner, der anhand von Modellen blitzschnell berechnet, wie hoch das Verkehrsaufkommen angenommen fünf Minuten später sein wird. Dementsprechend werden die Ampeln geschaltet. Sie wiederum, ausgestattet mit drahtlosen Funknetzen, sogenannten WLAN-Systemen, können mit den Autos kommunizieren. Die intelligente Steuerung des Systems läuft darauf hinaus, dass Fahrzeugführern der errechnete Zeitpunkt der nächsten Ampelgrünphase über ein Display im Auto mitgeteilt wird. Passt der Autofahrer dann seine Geschwindigkeit entsprechend an, kommt er genau bei Grün zur Ampel. Nervender Stop-and-go-Verkehr fällt weg, und auch Kraftstoff wir eingespart.

Die Testphase von „Travolution“ soll zeigen, ob das System funktioniert und wie es von Autofahrern akzeptiert wird. Die Erkenntnisse fließen zu einem Konsortium, zu dem sich europäische Autohersteller mit verschiedenen Partnern zusammengeschlossen haben. Das Konsortium arbeitet an einer einheitlichen Kommunikation von Auto zu Auto und Auto zu Ampel. Dank der Funkverbindung zwischen Ampel und Auto kann beispielsweise auch eine Warnung bei Ampelrot erfolgen. Erst gibt es im Auto ein akustisches Warnsignal, nötigenfalls einen leichten Bremsruck. Unter der Voraussetzung einer entsprechenden Infrastruktur wird es auch möglich, dass mit einem „vernetzten“ Auto beispielsweise ein Parkhaus aufgesucht werden kann, sich die Schranke öffnet und beim späteren Herausfahren die Parkgebühr automatisch über die Kreditkarte abgebucht wird. An Tankstellen können über das Display im Pkw die Tanksäulen mit den einzelnen Kraftstoffqualitäten und deren Preis erkannt werden. Nach dem Tanken zeigt das Display die getankte Menge und den Preis an, die Bezahlung erfolgt wiederum automatisch über die ins System einbezogene Kreditkarte.

Mit dem Test in Ingostadt werden Erkenntnisse gewonnen, die einen Blick in die Zukunft des motorisierten Straßenverkehrs erlauben. Voraussetzung dafür, dass „Travolution“ funktioniert, ist eine entsprechende Infrastruktur. Ingolstadt war im August 2009 von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ zum „Ausgewählten Ort 2009“ ernannt worden. Die Auszeichnung erhielt Ingolstadt für sein innovatives Verkehrskonzept „Travolution“.

dpp/Wolfram Riedel

Söflinger Anzeiger

Nicht nur privat, auch geschäftlich lohnt sich 2010 ein Neuwagen. Mit speziellen Full-Service-Leasing-Produkten können jetzt auch Einzelunternehmer ihre Mobilität rundum absichern und sich mehr Freiraum fürs Geschäft sichern. Foto: Volkswagen / akz-o

Herstellerrabatte / Mobilitätspakete für Privat- und Geschäftskunden

Autokauf 2010: Starten statt warten

Die Umweltprämie ist Geschichte, doch auch dieses Jahr spricht vieles für den Kauf eines Neuwagens. Die Hersteller gewähren großzügige Rabatte und nicht nur Privatkunden erhalten günstige Finanzierungs- und Leasingangebote: Für die vielen deutschen Einzelunternehmer wie Handwerker, Rechtsanwälte oder Ärzte gibt es erstmals auch günstige Komplettpakete mit umfangreichen Serviceleistungen. Erstmals seit fünf Jahren verzeichnet das Statistische Bundesamt auch wieder mehr Kleinbetriebe. Gerade hier ist ein eigenes Auto meist unerlässlich und sorgenfreie Mobilität eine wichtige Basis für den geschäftlichen Erfolg. Das hat beispielsweise die Volkswagen Leasing erkannt und bietet jetzt auch Einzelunternehmern mit dem Mobilitätspaket „Professional Class“ die Vorteile des Großkundenleasings.

„Full-Service-Leasing“ für Selbstständige
Neben günstigen Raten sorgt die Aktion „Wartung und Verschleiß“ für Pannenservice rund um die Uhr, umfangreichen Schutz vor unerwarteten Reparaturen und Vertragswerkstatt-Service. Auch Abschleppgebühren oder Mietwagenkosten sind abgedeckt – und alles zu einem Preisvorteil von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Normaltarif. Das „Reifen-Clever-Paket“ ermöglicht den Wechsel von Sommer- und Winterreifen, sogar komplett mit Felgen. Auch hier sind die Kosten bis zu 40 Prozent geringer als bei bisherigen Angeboten. Für Komfort und volle Kostenkontrolle gibt es eine „Tank & Service Karte Bonus“. Dazu kommt eine modellabhängige Prämie bei der Neuwagenbestellung.

„All-Inclusive-Paket“ für Privatkunden
Auch hier bieten die Hersteller 2010 spezielle Pakete an. So gibt es etwa bei Volkswagen eine Neuwagen-Finanzierung aktuell schon ab 0,9 Prozent effektivem Jahreszins, inklusive Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung, Garantieverlängerung und Inspektionsservice.
Informationen unter www.volkswagenbank.de

akz-o

Söflinger Anzeiger

Wer einen sichereren Parkplatz hat, möchte darauf nicht mehr verzichten. Foto: Schellenberg/akz-o

Nicht nur in Großstädten ist Parkraum oft Mangelware

Vor Fremdparkern geschützt

Überall wo in Ballungsgebieten zu Gunsten von Fußgängerzonen oder Fahrradanlagen Parkmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge weichen sollen, kann es zum Streit zwischen Anwohnern, Pendlern und Verkehrsplanern kommen. Oft dann, wenn Parkplätze reduziert oder nach Änderung der Regelung Pkws nur eingeschränkt mit einer Parkscheibe stundenweise abgestellt werden dürfen. Beziehungsweise Sondergenehmigungen benötigt werden, die nicht jeder Anwohner erhält. Wer einen reservierten Stellplatz gemietet hat oder die Grundstückeinfahrt in einer Wohnanlage, Praxis, Kanzlei oder Hotel vor potenziellen Fremdparkern schützen möchte, kann gut beraten sein, das Terrain mit einer automatischen Parkplatzsperre, wie etwa Parkstop aus dem Hause Schellenberg auszurüsten.

Parkplatz sichern
Das neue etwa zweihundertsiebzig Euro teure Sperrschild des Siegener Herstellers ist befahrbar, witterungsbeständig und gut erkennbar. Es besteht aus schlagzähem Kunststoff und kann mit einem Funk-Handsender direkt aus dem Auto bis zu einer Reichweite von 10 bis 15 Metern bedient werden. Trifft das Sperrschild auf ein Hindernis, stoppt es und fährt automatisch in die Ausgangsposition zurück. Beschädigungen am Lack sollen sich damit weitestgehend vermeiden lassen. Die Montage erfolgt mit drei Bodenschrauben. Für die Stromversorgung sorgt ein im Lieferumfang enthaltenes Akku. Das Aufladen erledigt ein entsprechendes Ladegerät. Die Betriebszeit bei vollem Ladezustand soll ca. 4 Monate betragen. Weitere Informationen findet man unter www.privatparkplatz.de. Die Parkplatzsperre ist ab sofort in allen gängigen Bau- und Fachmärken erhältlich. Für Falschparker können neben Knöllchen oder Bußgeldbescheiden je nach Schwere der Behinderung auch noch Kosten für den Abschleppdienst entstehen oder die Parkkralle kommt zum Einsatz. Sich dann auf Unkenntnis oder Nichtwissen zu berufen, nützt nach Ansicht von Verkehrsexperten wenig. Das gilt auch dann, wenn man von der Verkehrs-überwachung zu einem Zeitpunkt angetroffen wird, wo sich die Park-regelung oder Beschilderung praktisch über Nacht geändert hat.

st/akz-o

Söflinger Anzeiger

Rußpartikelfilter-Förderung

Jetzt nachrüsten!

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) weist darauf hin, dass Autofahrer seit 1. Juni wieder 330 Euro Barförderung beantragen können, wenn sie ihr Diesel-Auto mit einem Partikelfilter nachrüsten. Nachrüstungen, die seit dem 1. Januar 2010 erfolgt sind, werden rückwirkend gefördert. Auch Halter von leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen können ab sofort von der Förderung durch die Bundesregierung profitieren – allerdings nur, wenn der Filter ab dem 13. Mai 2010 eingebaut wurde. Wer sein Fahrzeug nachrüste, spare nicht nur Bares, sondern könne in Zukunft in den meisten Fällen auch problemlos in die Umweltzonen fahren. Zudem erhöhe sich der Wagenwert deutlich.

In Hannover und Berlin dürfen bereits seit dem 1. Januar 2010 nur noch Autos mit grüner Plakette die Umweltzonen befahren. Städte wie Bremen, Frankfurt am Main oder Köln haben Dieselstinker mit roter Plakette ausgesperrt. Da immer mehr Städte in Deutschland Umweltzonen ausweisen und die Zufahrtsbestimmungen für Dieselfahrzeuge verschärfen, ruft der VCD die Verbraucher auf, ihre Diesel-Fahrzeuge jetzt mit Partikelfiltern nachzurüsten. Auch leisten alle, die ihr Fahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüsten, einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz, denn Rußpartikel sind krebserregend. Der VCD weist zudem darauf hin, dass nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen Rußpartikel aus Dieselmotoren in erheblichem Maße den Klimawandel verstärken. Daher wird durch den Einbau von Partikelfiltern das Klima geschont.

Wer sein Fahrzeug bis zum 31. Dezember 2010 nachrüstet, kann den Antrag auf Förderung samt Bescheinigung über den Einbau des Rußfilters beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einreichen. Dieses überweist das Geld auf das angegebene Konto. Die Unterlagen müssen jedoch spätestens bis zum 15. Februar 2011 vollständig beim BAFA eingegangen sein. Da die Mittel für die Förderung begrenzt sind, rät der VCD, die Anträge schnellstmöglich einzureichen.

Wer sich über die Nachrüstmöglichkeiten vertrauenswürdiger Hersteller informieren möchte, dem empfiehlt der VCD seine gemeinsam mit dem Zentralverband des Kfz-Gewerbes erstellte Partikelfilter-Datenbank. Sie ist im Internet unter www.partikelfilter-nachruesten.de zu finden.

vdc

Söflinger Anzeiger

Lebensretter Walter Stütz freut sich über die Auszeichnung „Highway Hero des Jahres“ und seinen neuen SEAT Ibiza.

Highway Hero des Jahres:

Ersthelfer retten oft Leben

Erste-Hilfe-Kurs? Der liegt bei vielen Verkehrsteilnehmern schon lange zurück. Zu lange. „Müsste ich mal auffrischen“, so lautet eine gängige Antwort, wenn die Rede auf Unfallsituationen kommt. Doch jederMensch ist moralisch und sogar rechtlich dazu verpflichtet, in einer Notsituation zu helfen. So lautet das Gesetz. Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit, Mut und Einsatzbereitschaft sind bundesweite Initiativen wie „Kavalier-der-Straße“ von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Tageszeitungen oder die Gemeinschaftsaktion „Highway Hero“ von Goodyear und dem Automobilclub von Deutschland (AvD). Über die öffentliche Anerkennung von Rettungstaten und attraktive Gewinne soll ein positiverAnreiz geschaffen werden, sich für Mitmenschen in Not einzusetzen.

Wie lohnend das sein kann, hat jetzt LKW-Fahrer Walter Stütz bei seiner Ehrung zum „Highway Hero des Jahres“ in Berlin erfahren. Sein Gewinn: ein nagelneues Auto im Wert von über 18.000 Euro.

Alles richtig gemacht
Die Situation, in dieWalter Stütz geraten ist, kann jedem Verkehrsteilnehmer passieren. Auf der A6 sah Stütz eine Frau aufgeregt neben ihrem PKW winken. Ohne zu zögern hielt er an. Die Mutter der Frau saß auf dem Beifahrersitz und atmete nicht mehr. Stütz zog die 86jährige vorsichtig aus dem PKW, setzte einen Notruf ab und begann sofort mit der Herzdruckmassage.

So, wie es die jüngsten Rettungsrichtlinien vorsehen: 30 Kompressionen mit einer Frequenz von 100 pro Minute, dann zwei Mal beatmen, dann erneut Herzdruckmassage. Zwei lange Minuten vergingen bis Stütz bei der Frau endlich wieder einen schwachen Puls feststellen konnte. Bis zum Eintreffen des Notarztes übernahm er die Erstversorgung.

Noch an Ort und Stelle wurde ein Defibrillator eingesetzt, um die Frau zu retten. Der behandelndeArzt imKrankenhaus erklärte später, dass die Frau ohne die gute Erstversorgung mit Sicherheit gestorben wäre. Der Familienvater dazu bescheiden: „Wir LKW-Fahrer helfen, wenn es geht.“

Unter www.highwayhero.de läuft die Mutmachaktion auch in diesem Jahr weiter. Jeden Monat werden Helden des Straßenverkehrs ausgezeichnet, die besonnen, mutig und selbstlos reagieren und durch ihr Engagement Leben retten oder Unfälle verhindern.

spp-o

Söflinger Anzeiger

Bild: forbo-flooring.de

Der Bodenbelags-Klassiker mit der herausragenden Ökobilanz

Linoleum ist „grün“

Nur wenige Bodenbeläge haben das Zeug zum Klassiker. Linoleum gehört seit Jahrzehnten dazu. Seit fast 150 Jahren wird dieser umweltfreundliche, strapazierfähige Evergreen mit der sympathischen Optik geschätzt. Durch Bauhaus-Architekten wurde er zum Kult. Dank seiner natürlichen Bestandteile und der daraus resultierenden Nachhaltigkeit und Produktvorteile zählt Linoleum heute zu den bevorzugten Bodenbelägen im Objekt- und im Wohnbereich. Weltmarktführer Forbo bewahrt die natürlichen Linoleum-Rezepturen seit Generationen und wurde deshalb bereits mit verschiedenen Ökolabels ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Blauen Engel“ und – als einzige Linoleum-Marke - mit „Natureplus“.

Damit Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Produkten deren Umwelteigenschaften berücksichtigen können, sind sie auf zuverlässige Informationen und klare Kennzeichnungen angewiesen. Dabei helfen Umweltzeichen. Sie kennzeichnen die ökologisch bessere Produktalternative nach definierten Kriterien und liefern damit beim Einkauf eine praktische Orientierungshilfe, die dem Verbraucher Auswahl und Kaufentscheidung beträchtlich erleichtern. Dies ist auch für Bodenbeläge besonders wichtig, zumal das Produkte sind, mit dem der Mensch ständig im unmittelbaren Kontakt steht. Wie sieht das bei besagtem Bodenbelags-Klassiker aus? Linoleum besteht aus organischen und mineralischen Rohstoffen und wurde deshalb – nicht zuletzt von der Ökologie-Bewegung – als moderner Bodenbelag wiederentdeckt. Seine Ökobilanz ist durch und durch positiv.

Doch Linoleum ist nicht gleich Linoleum. Der Weltmarkt­führer Forbo legt großen Wert auf die Beibehaltung der natürlichen, ökologischen Zusammen­setzung. Nach wie vor besteht Forbo-Linoleum aus Leinöl, Harzen, Holz- und Kalksteinfeinmehl, Farbpigmenten sowie Jute als Trägermaterial und wurde deshalb bereits mit verschiedenen Umweltzeichen zertifiziert, unter anderem mit dem „Blauen Engel“ und „Natureplus“. Für das Ökolabel „Blauer Engel schützt die Gesundheit“ gilt beispielsweise: Diese Zertifizierung erhalten elastische Bodenbeläge, die aus gesundheitlicher Sicht als unbedenklich in der Wohnumgebung gelten, keine Schadstoffe enthalten und umweltfreundlich hergestellt werden. Marmoleum, Artoleum und Walton 2,5 mm von Forbo wurde der „Blauer Engel“ mit dem Zusatz „schützt die Gesundheit, weil emissionsarm“ verliehen. Mit 10.000 Produkten von rund 990 Herstellern ist der „Blaue Engel“ das erfolgreichste und auch älteste Umweltzeichen in Deutschland. Marmoleum, Artoleum und Walton von Forbo sind – bislang als einzige Linoleummarken – auch mit dem Natureplus-Qualitätssiegel zertifiziert. Dieses Zeichen für Umwelt, Gesundheit und Funktion wird nur an qualitativ hochwertige Bauprodukte vergeben, die aus mindestens 85 % (für Linoleum gilt sogar aus 98%) nachwachsenden und/oder mineralischen Rohstoffen umweltgerecht hergestellt werden, gesundheitlich unbedenklich und funktionell einwandfrei sind. Umfangreiche Prüfungen nach strengen Kriterien und regelmäßige Kontrollen garantieren die Erfüllung des hohen Anspruchs. Der neue umweltschonende Oberflächenschutz Topshield von Forbo macht Linoleum übrigens noch langlebiger sowie pflegeleichter und ist zudem renovierfähig.

Weitere Informationen über den nachhaltigen Boden-Klassiker unter: www.forbo-flooring.de

jäger Management

Söflinger Anzeiger

Söflinger Anzeiger

Bild: www.frovin.de

Grenzenlos Wohnen in Verbindung mit der Natur

Dänische Falttüren wiederentdeckt

Das Faszinierende an den Dänischen Falttüren ist, dass sie blitzschnell Wohnraum zum Garten machen bzw. den Garten in die Wohnung holen, auch ohne vorgebauten Wintergarten. Herkömmliche Terrassentüren lassen sich immer nur teilweise öffnen, selbst wenn es sich um Schiebetüren handelt. Entweder stört ein Türpfosten, ein Rahmen oder bei Schiebetüren die feststehende Seite. Die geniale und komfortable Lösung für Alt- und Neubau: Dänische Falttüren - sie sind nahezu auf ganzer Breite zu öffnen. Die Dänischen Falttüren sind äußerst variabel und leichtgängig. Im Unterschied zu vielen Faltwänden entsprechen sie auch höchsten ästhetischen Ansprüchen. So lässt sich ein Wohnraum mit nur wenigen Handgriffen blitzschnell bis zur Terrasse und in den Garten erweitern. Ein Stück Freiheit und Einklang mit der Natur. Dänische Falttüren sind aus Holz, authentisch und wertvoll - man sieht, man spürt den Unterschied. Seit Jahrhunderten bewährt. Da wird nichts vorgetäuscht, nichts nachgeahmt, keine Dekorfolien, sondern Natur pur zur Anwendung gebracht. Gefertigt nach alter dänischer Handwerkstradition mit viel Liebe zum Detail, entsprechen die Dänischen Falttüren von Frovin auch allen Anforderungen moderner Bautechnik - wie beispielsweise Wärme-, Schallschutz bis hin zu selbstreinigendem Glas. Die Dänischen Falttüren sind traditionell auswärts öffnend. Das ist insofern interessant, da in der Regel außen mehr Platz ist als innen. Es gibt diese Falttüren aber auch einwärts öffnend. Schmale Profile lassen viel Licht ins Haus, setzen Räume dezent in Szene. Große Flexibilität in der Fertigung eröffnet die Möglichkeit, auf architektonische Anforderungen äußerst sensibel einzugehen. Falttüren aus Holz sind übrigens viel pflegeleichter als man denkt. Und dass man sie streichen kann, ist ein großer Vorteil – denn so sehen sie auch nach Jahrzehnten ohne großen Aufwand wieder wie neu aus. Die Dänischen Falttüren gibt es übrigens auch in wunderschönen Farbtönen, umweltfreundlich und wohngesund. Es sind moderne Falttüren nach traditionellen Vorbildern. Sie werden aus besonders beständigem Lärchenholz gefertigt, alternativ auch aus Eiche oder anderen Holzarten. Die Technik ist ausgereift und raffiniert: Die Führung der Türen ist hängend angeordnet. Das bedeutet, dass sie vor Verschmutzung gut geschützt und deshalb sehr langlebig ist. Dänische Falttüren sind nicht nur traumhafte Terrassentüren sondern auch ideale Raumteiler für gehobene Ansprüche, beispielsweise zwischen Wintergarten und Wohnhaus. Auch im Wellnessbereich, wie beispielsweise für Saunahäuschen, sind sie sehr interessant. Ergänzend zu den Falttüren gibt es auch Dänische Fenster, Haustüren, Klöntüren. Weitere Informationen zu Dänischen Faltüren und Dänischen Fenstern erhalten Sie unter www.frovin.de

JÄGER Management

Söflinger Anzeiger

Bernd Heß von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Ulm weiß, wie man Langfingern die Arbeit schwer macht. In seinem Beratungszimmer zeigt er unter anderem, wie ein gutes Türschloss aufgebaut sein sollte.

Söflinger Anzeiger

Fenster und Türen sind die Schwachstellen von Haus und Wohnung. Beim Verlassen gilt: Fenster und Balkontüren schließen, Haustür abschließen. Zusätzlichen Schutz vor Aufhebeln bieten Fenster mit Pilzkopfverriegelung und abschließbaren Griffen.

Bilder: polizei-beratung.de

Kriminalpolizei Ulm rät:

Heß (Kripo Ulm): Einbruchschutz sperrt Langfinger aus

Viele tausende Bundesbürger nehmen die Ferienzeit zum Anlass, um dem Alltagstrott zu entfliehen und zu verreisen. Die im Urlaub getankte Erholung kann bei der Heimkehr jedoch schnell verpuffen, nämlich dann, wenn einen eine verwüstete und ausgeräumte Wohnung empfängt. „Doch nicht nur während des Urlaubs sollte man sein Heim vor Einbrechern schützen. Einbruchschutz ist auch dann ein Thema, wenn die Wohnung ‚nur geschwind’ verlassen wird“, rät Bernd Heß von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Ulm. Wer hier leichtsinnig ist, macht es Dieben besonders leicht. Die größten Gefahrenquelle: Gekippte Fenster im Erdgeschoss oder leicht zugänglichen Ebenen sowie Eingangstüren, die nicht abgeschlossen sind. Heß: „Solch ungesicherte Wohnungen und Häuser sind für Langfinger geradezu eine Einladung!“

Ist mein Zuhause sicher?
Kripo Ulm: „Machen sie dem Langfinger die Arbeit schwer
Sicherheit für die eigenen vier Wände ist ein Thema für jeden. Kann ich mich in meiner Wohnung sicher fühlen? Und kann ich sie auch unbesorgt allein lassen? Zweites wird insbesondere in der Urlaubszeit akut. „Einbruchschutz ist immer wichtig. Egal, ob man die Wohnung für fünf Minuten oder für fünf Wochen verlässt“, betont Heß. Der Profi weiß, gekippte Fenster und Terrassentüren sind geradezu eine Einladung für Diebe, lediglich ins Schloss gezogene Türen stellen kaum ein Hindernis dar.

Tag für Tag
Um Einbrechern den Weg in die eigenen vier Wände zu erschweren rät er, Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit stets zu verschließen und die Haustür zweifach abzuschließen. „Ein geübter Dieb braucht ein paar Minuten, um sich mit einem einfachen Schraubenzieher über das Fenster Zugang zu verschaffen – sogar wenn sie geschlossen sind“, so Heß. Aus diesem Grund sei es wichtig, auf Sicherheitskriterien bei Fenstern und Türen zu achten. Als Hauseigentümer oder Bauherr sollte man darauf achten, Fenster mit einbruchhemmenden Beschlägen (sogenannte Pilzkopfverriegelung) und abschließbarem Fenstergriff einzubauen. „Beides zusammen kostet den Einbrecher so viel Zeit, dass er lieber aufgibt und es wo anders versucht. In der Regel geben Einbrecher ihren Versuch nach etwa fünf Minuten auf“, erklärt Heß. Eine weitere Schwachstelle ist die Eingangstür. Hier empfiehlt die Polizei Modelle ab der Widerstandsklasse WK2. Die Widerstandsklassen reichen von WK1 bis WK6, wobei WK1 keinen Schutz bei Einsatz von Werkzeugen wie Schraubenzieher, Brecheisen etc. leistet und WK6 den größtmöglichen Schutz auch gegen schwere Einbruchwerkzeuge wie Axt oder Bohrmaschine bietet. Zusätzlichen Schutz für das Heim bieten abschließbare Lichtschachtabdeckungen und Rollläden mit Sicherung gegen Hochschieben. „Fenster im Erdgeschoss können zusätzlich mit Fenstergittern gesichert werden. Erst wenn alle mechanischen Sicherungsmaßnahmen erfolgt sind und es der Geldbeutel zulässt, lohnt sich der Einbau einer Alarmanlage. Denn sie schützt nicht, sondern alarmiert nur“, ergänzt der Experte.

Wer in einem Mietshaus wohnt, kann Fenster und Türen in Absprache mit dem Vermieter nachrüsten. Im Türbereich können nachträglich Zusatzschlösser, z. B. mit Sperrbügel oder Querriegelschlösser angebracht werden. „Die Schlösser mit Sperrbügel sind auch ein zusätzlicher Schutz vor Fremden. Man kann mit einem Lieferanten reden, ohne ihm gleich den freien Zugang zur Wohnung zu ermöglichen“, weist Heß hin. Fenster können nachträglich mit Zusatzkastenschlössern, Fensterstangenschlössern, Bandsicherungen sowie abschließbaren Griffen ausgerüstet werden.

Urlaubszeit
Alle Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt sind, sind zu vermeiden. Ständig heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge, überquellende Briefkästen oder verräterische Anrufbeantworteransagen („Wir sind im Urlaub“) sind Indizien, nach denen Einbrecher Ausschau halten. „Besondere Vorsicht sollte man auch bei seiner e-Mail Abwesenheitsnotiz walten lassen. ‚Ich bin von bis im Urlaub’ ist keine gute Formulierung, denn man kann nie wissen, wen diese Notiz erreicht. Wir empfehlen hier die Formulierung ‚ich bin von bis außer Haus’ zu verwenden“, betont Heß. Auch der ungemähte Rasen könnte signalisieren: Hier ist niemand zu Hause. Ratsam ist es, Freunde, Verwandte, Bekannte oder Nachbarn zu bitten, das Haus oder die Wohnung während der Abwesenheit bewohnt aussehen zu lassen, indem sie den Briefkasten leeren sowie Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher zu unregelmäßigen Zeiten betätigen. Denn die Erfahrungen der Polizei zeigen, dass eine aufmerksame Nachbarschaft entscheidend hilft, den ungebetenen Gästen die Tour zu vermasseln. Experten empfehlen ebenfalls, Räume über Zeitschaltuhren so zu beleuchten, damit Fremde nicht erkennen können, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt ist. Nicht weggeschlossene oder mit einer Kette gesicherte Mülltonnen oder Gartenmöbel sind für Einbrecher geradezu eine Einladung, übers Fenster in die Wohnung einzusteigen. Auch wichtig: Garage und Gartenhütte abschließen. Denn hier finden die Einbrecher oftmals viel Nützliches, mit dem sie sich Zugang zum Haus verschaffen können.

Bürger, die mehr erfahren wollen, können den kostenfreien Beratungsdienst der örtlichen Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Anspruch nehmen. In Ulm beantwortet Bernd Heß die Fragen der Bürger, in Neu-Ulm übernimmt das sein Kollege Peter Hirsch.

Weitere Informationen unter www.polizei-beratung.de